Umfassende Warenkunde: Kohlrabi

Inhaltsverzeichnis:

Zusammenfassende Beschreibung und Warenkunde des Kohlrabi

  • Allgemeine Einführung:
    • Kohlrabi gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).
    • Ursprünglich aus Europa stammend, aber heute weltweit verbreitet.
    • Es existieren verschiedene Sorten, typischerweise in Grün und Violett.
  • Botanische Eigenschaften:
    • Der essbare Teil ist die verdickte Sprossachse, nicht die Wurzel.
    • Die Blätter sind essbar und oft ähnlich wie Kohlgemüse in Geschmack und Textur.
  • Nährwert und gesundheitliche Vorteile:
    • Reich an Vitamin C, Kalium und Ballaststoffen.
    • Niedriger Kaloriengehalt, ideal für kalorienarme Ernährung.
    • Enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen haben können.
  • Verwendung in der Küche:
    • Kann roh, gekocht, gedämpft, gebraten oder fermentiert verzehrt werden.
    • Beliebt in Salaten, Eintöpfen und als Beilage.
    • Junge, kleinere Kohlrabis sind zarter und milder im Geschmack.
  • Auswahl und Lagerung:
    • Beim Kauf sollte der Kohlrabi fest und unbeschädigt sein.
    • Blätter sollten frisch und grün aussehen.
    • Kann im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu mehreren Wochen gelagert werden.
  • Wirtschaftliche Bedeutung:
    • Hauptproduzenten sind Länder in Europa und Asien.
    • Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit kann er in verschiedenen Klimazonen angebaut werden.
  • Mögliche Risiken:
    • Wie bei anderen Kreuzblütengewächsen können bei übermäßigem Verzehr Schilddrüsenprobleme auftreten, insbesondere bei Jodmangel.
    • Sollte in Maßen konsumiert werden, insbesondere für Personen mit bekannten Schilddrüsenproblemen.

Andere Bezeichnungen sind:

deutsch: Kohlrabi, Oberrübe, Rabi in die Erd´, Stängelrübe, Rübenkohl

englisch:Kohlrabi

französisch: chou-rave

spanisch: Colirrábano

russisch: Кольраби

Ursprünge und Geschichte des Kohlrabi

  1. Ursprung
    • Der genaue Ursprung des Kohlrabis ist nicht eindeutig belegt, aber er wird vermutet, im Mittelmeerraum oder in Mitteleuropa entstanden zu sein.
  2. Historische Erwähnungen
    • Früheste schriftliche Aufzeichnungen über den Anbau von Kohlrabi stammen aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.
    • Die römischen Historiker wie Plinius der Ältere haben über ein kohlrabiähnliches Gemüse berichtet.
  3. Mittelalter
    • In Mitteleuropa wurde der Kohlrabi spätestens im Mittelalter angebaut und konsumiert.
    • Die Bezeichnung „Kohlrabi“ leitet sich von den deutschen Worten für Kohl („Kohl“) und Rübe („Rabi“) ab.
  4. Verbreitung
    • Mit der Zeit verbreitete sich der Anbau von Kohlrabi über den gesamten europäischen Kontinent.
    • Im 16. Jahrhundert erreichte der Kohlrabi auch Indien und wurde dort rasch populär.
  5. Moderne Zeiten
    • Im 19. Jahrhundert fand der Kohlrabi seinen Weg nach Amerika und wurde auch dort ein beliebtes Gemüse in den Gärten.
    • Heute wird er weltweit in gemäßigten Klimazonen angebaut.
  6. Bedeutung für die Ernährung
    • Schon in früheren Zeiten schätzte man den Kohlrabi wegen seines hohen Vitamin C-Gehalts und seiner guten Lagerfähigkeit.
    • Er galt als nahrhaftes Gemüse für die Wintermonate, wenn frisches Gemüse knapp war.

Nährwerte und Inhaltsstoffe des Kohlrabis

Nährwerttabelle für rohen Kohlrabi (100 g):

  • Energie: 27 kcal
  • Wasser: 91,07 g
  • Eiweiß (Protein): 1,7 g
  • Fett: 0,1 g
    • Gesättigte Fettsäuren: 0,031 g
    • Einfach ungesättigte Fettsäuren: 0,017 g
    • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 0,073 g
  • Kohlenhydrate: 6,2 g
    • Zucker: 2,6 g
  • Ballaststoffe: 3,6 g
  • Mineralstoffe:
    • Kalium: 350 mg
    • Kalzium: 24 mg
    • Magnesium: 19 mg
    • Phosphor: 46 mg
    • Eisen: 0,4 mg
    • Zink: 0,3 mg
    • Kupfer: 0,075 mg
    • Mangan: 0,155 mg
    • Selen: 0,5 µg
  • Vitamine:
    • Vitamin C: 62 mg
    • Vitamin B1 (Thiamin): 0,05 mg
    • Vitamin B2 (Riboflavin): 0,03 mg
    • Vitamin B3 (Niacin): 0,4 mg
    • Vitamin B5 (Pantothensäure): 0,2 mg
    • Vitamin B6: 0,14 mg
    • Folsäure: 16 µg
    • Vitamin K: 0,1 µg
    • Vitamin E: 0,3 mg
    • Vitamin A (in Retinol-Äquivalenten): 2 µg

Quellenangabe: United States Department of Agriculture (USDA) National Nutrient Database for Standard Reference. Bitte beachten Sie, dass es leichte Schwankungen in Nährwertangaben geben kann, je nach Quelle und Kohlrabi-Variante.

Quelle: USDA

Allergene

  1. Kreuzreaktionen
    • Personen, die auf andere Mitglieder der Kreuzblütengewächse allergisch reagieren (z.B. Weißkohl, Brokkoli, Blumenkohl), könnten auch eine Reaktion auf Kohlrabi zeigen.
    • Kreuzallergien sind häufig zwischen Kohlrabi und bestimmten Pollenarten, insbesondere Birkenpollen.
  2. Hauptallergene
    • Bislang sind keine spezifischen Allergene nur für Kohlrabi identifiziert.
    • Die meisten allergischen Reaktionen auf Kohlrabi sind wahrscheinlich auf Kreuzreaktionen mit anderen bekannten Allergenen zurückzuführen.
  3. Allergische Symptome
    • Orales Allergiesyndrom: Juckreiz oder Schwellungen im Mund, an den Lippen, am Hals und im Rachen
    • Hautreaktionen: Urtikaria (Nesselsucht) oder Ekzem
    • Gastrointestinale Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
    • In seltenen Fällen: Anaphylaxie, eine schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion
  4. Vorbeugung und Management
    • Menschen, die bekanntermaßen allergisch auf Kohlrabi oder verwandte Gemüse/Pollen reagieren, sollten den Verzehr vermeiden.
    • Kochen kann die Allergenität von Kohlrabi reduzieren, da viele Allergene durch Hitze zerstört werden. Allerdings gibt es keine Garantie, dass das Gemüse nach dem Kochen völlig sicher ist.
    • Es ist ratsam, vor dem Verzehr von Kohlrabi einen Allergietest durchzuführen, insbesondere wenn bereits allergische Reaktionen auf verwandte Lebensmittel bekannt sind.
  5. Wissenschaftlicher Hintergrund
    • Die Forschung zu spezifischen Allergenen in Kohlrabi ist begrenzt.
    • Die Mechanismen, die den Kreuzreaktionen zwischen Kohlrabi und anderen Allergenen zugrunde liegen, sind nicht vollständig verstanden und bedürfen weiterer Untersuchung.

Dieser Abschnitt dient allgemeinen Informationszwecken und sollte nicht als medizinischer Rat angesehen werden.

Spezialitäten aus Kohlrabi

Kohlrabi ist ein vielseitiges Gemüse, das in vielen Gerichten verwendet wird. Hier sind einige Spezialitäten und Gerichte, die Kohlrabi enthalten:

  1. Roh:

    • Als Bestandteil von Salaten, z.B. mit Karotten, Äpfeln und einem Zitronen-Joghurt-Dressing.
    • In dünnen Scheiben oder Stiften als Snack oder Beilage zu Dips.
  2. Gedünstet oder gekocht:

    • Als Gemüsebeilage, oft mit Butter und frischen Kräutern verfeinert.
    • In Eintöpfen oder Suppen, z.B. in Gemüseeintopf oder Kohlrabisuppe.
  3. Gebraten oder gegrillt:

    • Kohlrabi-Steaks: Dick geschnittene Scheiben, die mariniert und dann gegrillt oder gebraten werden.
    • In Gemüsepfannen oder Stir-Fry-Gerichten.
  4. Gefüllter Kohlrabi:

    • Kohlrabi wird ausgehöhlt und mit einer Mischung aus Fleisch, Reis, Gewürzen und anderen Zutaten gefüllt, dann gekocht.
  5. Kohlrabi-Pommes:

    • Kohlrabi in Streifen schneiden und ähnlich wie Pommes Frites backen oder frittieren.
  6. Gratinierter Kohlrabi:

    • Dünne Kohlrabischeiben werden mit Sahne, Käse und Gewürzen in einer Auflaufform geschichtet und dann überbacken.
  7. Kohlrabi-Schnitzel:

    • Dünn geschnittene Kohlrabischeiben, paniert und gebraten.
  8. Püriert:

    • Als Kohlrabipüree, ähnlich wie Kartoffelpüree, oft in Kombination mit anderen Gemüsesorten.
  9. In Smoothies:

    • Roh verarbeitet in grünen Smoothies für einen nährstoffreichen Boost.
  10. Eingelegt:

  • Als Pickles oder in einem Essigsud eingelegt, ähnlich wie Gurken.
    1. Kohlrabikraut:

Haltbarkeit und Lagerung

  • Optimale Lagerbedingungen:
    • Temperatur: Idealerweise bei 0°C bis 2°C.
    • Luftfeuchtigkeit: Eine relative Luftfeuchtigkeit von 95-98% ist optimal, um Austrocknung zu verhindern.
    • Licht: Dunkle Lagerung verhindert das Keimen und das Vergrünen der Knolle.
  • Lagerung im Haushalt:
    • Der Kohlrabi sollte ungewaschen und in einer perforierten Plastiktüte oder in einem feuchten Tuch im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden.
    • Bei richtiger Lagerung bleibt er 2-4 Wochen frisch.
  • Haltbarkeit der Blätter:
    • Die Blätter des Kohlrabis verderben schneller als die Knolle selbst.
    • Sie sollten innerhalb einer Woche nach dem Kauf verzehrt werden.
    • Für maximale Frische können die Blätter von der Knolle getrennt und separat in einem feuchten Tuch oder in einer Plastiktüte gelagert werden.
  • Erkennungsmerkmale für Frische:
    • Eine feste, unbeschädigte und pralle Knolle ohne sichtbare Faulstellen.
    • Leuchtend grüne und knackige Blätter ohne Gelbfärbung.
  • Vorsichtsmaßnahmen bei der Lagerung:
    • Kohlrabi sollte getrennt von ethylenproduzierenden Obst- und Gemüsesorten gelagert werden, da Ethylen den Reifeprozess beschleunigt und zu vorzeitigem Verderb führen kann.
    • Eine regelmäßige Überprüfung auf Anzeichen von Schimmelbildung oder Verderb ist empfehlenswert.

Vegetarisch    & Vegan

Kohlrabi ist rein vegan und somit auch ein vegetarisches Lebensmittel.

Kohlrabi in Saage, Brauchtum, Mythen und Legende.

  1. Historische Bedeutung:
    • Im antiken Griechenland und Rom war Kohlrabi zwar bekannt, aber weniger beliebt als andere Gemüsesorten.
    • Einige schriftliche Aufzeichnungen aus dieser Zeit könnten sich auf den Kohlrabi beziehen, wobei dies oft umstritten ist aufgrund vager Beschreibungen.
  2. Sagen und Mythen:
    • Während der Kohlrabi in der antiken Literatur nicht häufig erwähnt wurde, gibt es in einigen Kulturen volkstümliche Geschichten, die den Kohlrabi mit Fruchtbarkeit, Stärke und Ausdauer in Verbindung bringen.
    • In einigen Regionen galt der Kohlrabi als Symbol für Glück und wurde bei Feierlichkeiten serviert.
  3. Kulturelle Bräuche:
    • In Teilen von Deutschland und Österreich wurde der Kohlrabi in traditionellen Gerichten verwendet, oft als Zeichen für Einfachheit und Bodenständigkeit.
    • Einige Bräuche umfassen das Verschenken von Kohlrabi an frisch verheiratete Paare als Zeichen für ein fruchtbares und blühendes Leben.
  4. Moderne Auffassung und Popularität:
    • Heute ist der Kohlrabi weitgehend für seinen Nährwert und Vielseitigkeit in der Küche geschätzt.
    • In einigen Regionen Europas wird der Kohlrabi jedoch immer noch in traditionellen Festen und Feiern integriert, als Zeichen für Beständigkeit und Wachstum.
  5. Kulinarische Traditionen:
    • Kohlrabi wurde oft roh in Salaten, gekocht in Eintöpfen oder gefüllt und gebacken serviert.
    • In einigen Kulturen wird geglaubt, dass der Kohlrabi besondere heilende Eigenschaften besitzt und wurde daher in traditionellen Heilmitteln verwendet.

    Gesundheit

    Hier ausführlich einige gesundheitliche Aspekte über Kohlrabi

      1. Nährstoffgehalt:
        • Vitamin C: Ein leistungsstarkes Antioxidans, das das Immunsystem stärkt und zur Reparatur von Haut, Knochen und Blutgefäßen beiträgt.
        • Vitamin B6: Spielt eine Schlüsselrolle bei der Umwandlung von Nahrung in Energie und bei der Produktion von Neurotransmittern im Gehirn.
        • Kalium: Unterstützt den Elektrolythaushalt und ist essenziell für die Muskelfunktion sowie die Regulierung des Blutdrucks.
        • Ballaststoffe: Fördert die Darmgesundheit und unterstützt die Verdauung.
      2. Geringer Kaloriengehalt:
        • Mit nur 27 Kalorien pro 100 Gramm ist Kohlrabi eine kalorienarme Nahrungsquelle, die sich hervorragend für gewichtsbewusste Ernährungspläne eignet.
      3. Antioxidative Eigenschaften:
        • Kohlrabi enthält sowohl Glucosinolate als auch Anthocyane, die als starke Antioxidantien gelten und das Risiko für chronische Erkrankungen reduzieren können.
      4. Förderung der Knochengesundheit:
        • Dank des hohen Gehalts an Vitamin K, das für die Knochenmineralisierung essentiell ist, kann Kohlrabi zur Vorbeugung von Osteoporose beitragen.
      5. Unterstützung des Immunsystems:
        • Die Kombination von Vitamin C, Antioxidantien und verschiedenen Mineralien in Kohlrabi macht es zu einem wertvollen Lebensmittel zur Stärkung des Immunsystems.
      6. Diuretische Eigenschaften:
        • Kohlrabi kann helfen, überschüssige Flüssigkeiten aus dem Körper zu entfernen, was besonders bei Wassereinlagerungen vorteilhaft ist.
      7. Herz-Kreislauf-Gesundheit:
        • Die Ballaststoffe in Kohlrabi können dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken und so das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.
      8. Verdauungsfördernde Eigenschaften:
        • Die Ballaststoffe in Kohlrabi fördern nicht nur eine gesunde Verdauung, sondern können auch bei der Vorbeugung von Verstopfung helfen.
      9. Entzündungshemmende Wirkung:
        • Die in Kohlrabi enthaltenen Phytochemikalien können Entzündungen im Körper reduzieren, was zur Prävention von vielen chronischen Krankheiten beitragen kann.
      10. Unterstützung der Hautgesundheit:
        • Dank des hohen Vitamin-C-Gehalts kann Kohlrabi die Haut vor vorzeitiger Alterung schützen und zur Kollagenbildung beitragen, was für die Hautelastizität essentiell ist.

      Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Kohlrabi nicht nur ein vielseitiges und schmackhaftes Gemüse ist, sondern auch zahlreiche gesundheitliche Vorteile bietet. Es ist eine wertvolle Ergänzung für jeden Ernährungsplan.

    Videos

    Doku-Video zum Thema Kohlrabi:

    Bilder und Impressionen

    Verschiedene Bilder über Kohlrabi

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