
Einleitung
Die Aubergine gehört längst nicht mehr nur zur mediterranen Küche – auch in deutschen Supermärkten ist sie fester Bestandteil des Gemüseangebots. Mit ihrer glänzend violetten Schale, dem milden Fruchtfleisch und ihrer Vielseitigkeit in Pfanne, Ofen und Grill überzeugt sie sowohl in der Alltagsküche als auch in der Gourmetgastronomie. Was macht die Aubergine so besonders? Ein Blick in ihre Herkunft, ihre Inhaltsstoffe und ihre Verwendung gibt Aufschluss.
Definition & Einordnung
Die Aubergine (botanisch: Solanum melongena) zählt zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und ist damit eng verwandt mit Tomate, Paprika und Kartoffel. Es handelt sich um eine einjährige, wärmeliebende Pflanze, deren fleischige Beerenfrucht als Gemüse genutzt wird. Der Name „Aubergine“ stammt aus dem Französischen, im Englischen ist sie auch als „eggplant“ bekannt, was sich auf die historische Züchtung kleiner weißer Sorten bezieht.
Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südostasien, hat sich aber über Jahrhunderte vor allem im Mittelmeerraum etabliert. Heute ist die Aubergine ein global angebautes Fruchtgemüse mit zahlreichen Varianten – von klassisch länglich-violett bis rund, gestreift oder weiß.


Herstellung
Die Aubergine wird weltweit in gemäßigten bis tropischen Klimazonen angebaut. In Europa sind Italien, Spanien und die Niederlande führende Erzeugerländer. In Deutschland erfolgt der Anbau vorwiegend in Gewächshäusern oder in wärmeren Regionen mit geschützter Lage.
Die Pflanzen benötigen viel Licht und Wärme, die Früchte werden je nach Sorte nach etwa 70 bis 90 Tagen geerntet. Eine sorgfältige Pflege ist entscheidend, da die Aubergine empfindlich gegenüber Kälte, Staunässe und Wind ist. Nach der Ernte erfolgt eine manuelle Sortierung und gegebenenfalls eine Reinigung. Für den Handel wird das Gemüse meist ungeschnitten und mit glänzender Schale verpackt ausgeliefert.
Herkunft
Die Ursprünge der Aubergine liegen vermutlich in Indien oder Burma, wo sie bereits vor mehr als 2000 Jahren kultiviert wurde. Über den arabischen Raum gelangte sie im Mittelalter nach Europa, wo sie zunächst in Süditalien und Spanien verbreitet wurde.
Heute wird die Aubergine global angebaut – neben Europa zählen auch China, Indien, Ägypten und die Türkei zu den Hauptproduzenten. Durch gezielte Züchtung entstanden zahlreiche regionale Sorten, die sich in Form, Farbe, Größe und Geschmack unterscheiden. In Deutschland ist vor allem die länglich-violette Variante im Handel.


Aubergine ist Zutat von
– Ratatouille
– Moussaka
– Gemüsepfannen
– Antipasti-Platten
– Lasagne-Variationen
– Baba Ghanoush (Auberginen-Dip)
– Vegane Burger oder Fleischersatz
– Gebratene oder gegrillte Beilagen

Nährwerte
Die Aubergine ist kalorienarm, da sie hauptsächlich aus Wasser besteht. Sie liefert nur geringe Mengen an Fett und Kohlenhydraten, enthält jedoch wichtige Ballaststoffe sowie Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. Der Verzehr fördert eine leichte, ausgewogene Ernährung – besonders in fettarmer Zubereitung.
Nährwerte | pro 100g |
---|---|
Brennwert | 24 kcal |
Fett | 0,2 g |
– davon gesättigte Fettsäuren | 0,04 g |
Kohlenhydrate | 4,0 g |
– davon Zucker | 3,0 g |
Eiweiß | 1,0 g |
Salz | 0,01 g |
Besondere Inhaltsstoffe / Zusatzstoffe / Wirkungen
Die Aubergine enthält eine Reihe bioaktiver Substanzen, darunter Nasunin – ein violettfarbener Anthocyanfarbstoff, der insbesondere in der Schale enthalten ist. Nasunin wirkt antioxidativ und kann zellschützende Effekte aufweisen. Darüber hinaus liefert die Aubergine Chlorogensäure, ein weiterer sekundärer Pflanzenstoff mit entzündungshemmendem Potenzial.
Ein interessanter Aspekt: Die Aubergine enthält geringe Mengen an Solanin, einem natürlichen Alkaloid aus der Familie der Nachtschattengewächse. In üblichen Verzehrmengen ist dies unbedenklich. Die Substanzkonzentration sinkt durch Erhitzen zusätzlich.


Ernährungsphysiologische Bedeutung
Durch ihren hohen Wasseranteil (über 90 %) und geringen Kaloriengehalt ist die Aubergine hervorragend für eine energiearme, ballaststoffreiche Ernährung geeignet. Sie unterstützt eine gesunde Verdauung, trägt zur Sättigung bei und liefert wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe.
Besonders für Menschen mit erhöhtem Kaliumbedarf – etwa bei salzarmer Ernährung – kann die Aubergine einen positiven Beitrag leisten. Die Kombination aus wenigen Kohlenhydraten, kaum Fett und einem milden Geschmack macht sie außerdem zu einer beliebten Zutat in vegetarischer und veganer Ernährung.
Verwendungstipps & Rezeptideen
Die Aubergine eignet sich hervorragend zum Grillen, Braten, Schmoren oder Backen. Vor der Zubereitung empfiehlt sich das Salzen der rohen Scheiben, um Bitterstoffe zu reduzieren und überschüssige Flüssigkeit zu entziehen – dies verbessert Konsistenz und Geschmack.
Beliebte Gerichte sind beispielsweise mediterranes Ratatouille, orientalisches Baba Ghanoush, gefüllte Auberginen mit Couscous, gebackene Auberginen mit Tomate und Käse oder vegane Moussaka. Auch als fleischfreie Grillvariante in Scheiben geschnitten ist die Aubergine ein Highlight auf dem Teller.


Daten, Fakten und Wissenswertes
– Botanischer Name: Solanum melongena
– Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
– Ursprungsregion: Indien/Südostasien
– Wassergehalt: ca. 92 %
– Kaloriengehalt: nur ca. 24 kcal pro 100 g
– Beliebte Sorten: Black Beauty, Violetta lunga, Rosa Bianca
– Anbauzeit (Mitteleuropa): Mai bis September
– Erntemethode: Manuelle Ernte bei zarter Reife
– Empfohlene Lagerung: kühl, nicht unter 10 °C (druckempfindlich)
FAQ
Warum sollte man Auberginen vor dem Garen salzen?
Salzen entzieht Bitterstoffe und reduziert den Wassergehalt – so wird das Gemüse aromatischer und beim Braten nicht matschig.
Ist die Schale essbar?
Ja, die Schale der Aubergine ist unbedenklich und enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe – sie sollte jedoch gut gegart werden.
Kann man Aubergine roh essen?
Roher Verzehr wird nicht empfohlen, da sie leicht bitter schmecken und geringe Mengen Solanin enthalten kann, das durch Erhitzen abgebaut wird.
Wie lagere ich Auberginen am besten?
Am besten bei 10–13 °C und luftig, nicht im Kühlschrank. Druckstellen vermeiden – sie verderben leicht!
