Im Supermarkt 2021 hört man es immer noch mindestens einmal am Tag: “Hast du schon Kolo(Kolonialwaren) bestellt?”. Hier und da wird dieselbe Warengruppe auch als Handelsware bezeichnet.

Wie der Name schon sagt, müssen wir in der Geschichte ein paar Jahre zurück.

Aus den Kolonien wurden natürlich nur Lebensmittel importiert, die lange, wenigstens mehrere Monate, Haltbar war. Sogenannte Kolonialwarenläden handelten nun mit den mehr oder weniger exotischen Waren.

Dazu gehörten Mehl, Tabak, Reis, Konserven, Tee und z.B. Zucker aus Zuckerrohr.

Es war ein einfaches aber planbar und beständiges Geschäft.

Nach dem Verlust der deutschen Kolonien blieb der “Kolonialwarenladen” immerhin noch gut 50 Jahre bis in die 1970er als Anlaufstelle für Grundnahrungsmittel erhalten. Später werden sie im Volksmund “Tante-Emma-Laden” bezeichnet.


Gurkengläser im Supermarktregal
Kolonialwaren im Supermarktregal, hier: Gurkengläser

Warengruppen im Supermarkt

Der Supermarkt im Jahre 2021 hat nach seiner Entwicklung nun viele Warengruppen wie im Groben z.B. OGS(Obst und Gemüse), Brot, MOPRO(Molkereiprodukte), Frische(alles Andere wie Wurst, Fisch und Smoothies), TK(Tiefkühlkost), Fleisch SB, Getränke, Wein und Spirituosen, Nonfood und als größtes Sortiment die Kolonialwaren oder auch Handelsware genannt.

Die Warengruppe Kolonialwaren bietet einen großen Vorteil. Man kann sie in größeren Mengen als MHD-anfällige Ware wie Fleisch oder Obst und Gemüse lagern und anbieten. So entstehen nur selten Lücken im Sortiment.

Sogenannte “Lücken” also Fehlartikel im Supermarktregal zählen zu den größten potentiellen Umsatzbüßern des Lebensmitteleinzelhandels.

Gut zu wissen:

Im Namen des weltbekannten Supermarktriesen EDEKA verbirgt sich ursprünglich “Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler”.


Der letzte Kolonialwarenladen Wilhelm Holtorf besteht seit 1874 am Ostertorsteinweg 6 in Bremen.

Hier ein kleiner Einblick in sein Lädchen welches heute eher auf Feinkost spezialisiert ist:

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